Von Gudrun Klinkhammer, 01.08.11, 17:43h, aktualisiert 01.08.11, 17:52h
Die Liedermacher Hannes Wader und Konstantin Wecker präsentierten sich zum Auftakt der Festspiele als geniales Duo. Wader übernahm den ruhigen, ausgeglichenen Part, Wecker die Rolle des Pulverfasses.
Monschau - Die beiden können es nicht lassen, daher tauften sie ihr viertes gemeinsames Programm auch „Kein Ende in Sicht“. Konstantin Wecker und Hannes Wader, stets „querulierende“ Liedermacher der ersten Stunde, gestalteten am Freitagabend die Auftaktveranstaltung der Festspiele „Monschau Klassik 2011“.
Während Hannes Wader, der viele Jahre in Norddeutschland lebte, in dieser Mischung den ruhigen, ausgeglichenen Part übernimmt, ist der bayrisch vorbelastete Konstantin Wecker das Pulverfass, das sich auch nicht scheut, zwischendurch mal mit den Füßen auf der Tastatur des guten und teuren Bösendorfer Flügels herumzutrampeln. Mit „Kokain“ kokettierte er, und mit dem Publikum ging der große Lausbub’ rasch eine innige Verbindung ein.
Mit alten Kamellen müssen die beiden gleichsam nicht pausenlos um sich schmeißen. Sie finden doch immer das Haar in der gesellschaftlichen Suppe, das besungen werden muss. Egal, ob das Dekolleté der Kanzlerin oder „saublöde Hochzeiten sinnloser Prinzenpaare“ – die beiden Haudegen lassen nicht locker. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Im Gegenteil – macht es doch erfahrener und schärft den Blick für das Wesentliche. Im Lied „Schön ist das Alter“ verpackte der Vollblutpoet Hannes Wader seine Gedanken. Verblüfft stellte Konstantin Wecker – ein begnadeter Pianist, wenn er mit Händen und nicht mit den Füßen die Tastatur bedient – während des Konzerts fest: „Bei 80 Prozent meiner Werke handelt es sich um Lieder, die von der Liebe handeln; und dabei bin ich doch eigentlich ein politisch orientierter Sänger.“ Als Zuschauer dachte man an dieser Stelle: Das macht doch nichts – so oder so ist Weckers kernige Gesangsstimme ein voller Genuss.
Das beliebte Duo, das vor zehn Jahren schon einmal auf der Monschauer Burg begeisterte, erntete den verdienten Applaus für eine mitreißende Performance.
Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 01.08.11