Von Gudrun Klinkhammer, 17.08.11, 12:13h, aktualisiert 17.08.11, 12:17h
Das Duo „Marshall & Alexander“ überzeugte mit seinem Programm „Hautnah“. Das Konzert vor rund 1.000 Zuschauern war ein gebührender Abschluss für die Festspiele 2011 auf der Burg.
Monschau - Die Kurzfassung des Konzerts am Samstagabend auf der Burg könnte lauten: „Sie kamen, sangen und siegten.“ Das Duo „Marshall & Alexander“ präsentierte beim Festival-Sommer „Monschau Klassik 2011“ sehr schöne Stimmen, unter die Haut gehende Melodien und gedankenverlorene Texte. Auch wussten die beiden Hauptakteure mit gepflegter Moderation die gut 1.000 Zuschauer zu begeistern.
Mit gemischten Gefühlen sahen eingefleischte Klassik-Fans diesem Konzert entgegen. Die Reklameforen zeigten im Vorfeld zwei Herren namens „Marshall & Alexander“ in schneeweißen Anzügen, die durchaus den Titel „begehrter Schwiegermutterschwarm“ verdient hätten. Da lag der Verdacht nahe, dass ein kitschiger Bühnenreigen mit oberflächlichem Unterhaltungswert geboten würde.
Doch mit ihrem Programm „Hautnah“ lieferten die beiden Sänger nach den diesjährigen musikalischen Höhepunkten, bestehend aus dem gesellschaftskritischen Konzert der Liedermacher Konstantin Wecker und Hannes Wader, der philosophischen Vorstellung des international gefragten Klarinettisten Giora Feidman und der dramatischen Oper „La Traviata“, einen gebührenden und geglückten Abschluss der Monschau Klassik 2011.
Sämtliche Stilrichtungen
Marc Marschall, Sohn von Schlagersänger Tony Marshall, und Jay Alexander studierten beide Gesang in Karlsruhe an der Musikhochschule. Nach abgeschlossenem Studium Ende der 1990er Jahre begannen sie zu experimentierten und fanden eineneigenen Crossover-Weg. So beinhaltete ihr Programm „Hautnah“ sämtliche Stilrichtungen, von spirituell über volksliedhaft bis hin zum Kunstlied. „Miserere“, „Solo tu“, „La Stella“ oder etwa „If you could see me now“ lauteten einige der vielen Titel. Begleitet wurde das Duo auf einfühlsame und hoch professionelle Weise von René Krömer am Kawai-Flügel. Mit tosendem Applaus verabschiedeten die Zuhörer die beliebten Akteure.
Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 17.08.11