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Sonnenschein pünktlich zum Happy End

Von Christine Haas, 11.08.11, 07:00h

Die Oper „Die Schneekönigin“ von Esther Hilsberg wurde unter der Regie von Christian Poewe auf der Monschauer Open-Air-Bühne vom Kölner Theater für Kinder präsentiert. Das Wetter war aber auf der Seite der kleinen Klassikfans.

Gut ausgerüstet mit Regenschirmen, Capes und Gummistiefeln wanderte eine ganze Schar Kinder den Berg zur Monschauer Burg hoch. Kein Wunder, denn die Regengüsse wollten scheinbar kein Ende nehmen. Davon ließen die Kleinen sich nicht entmutigen, schließlich war es „ihr“ Tag der „Monschau Klassik“: Die Oper „Die Schneekönigin“ von Esther Hilsberg wurde unter der Regie von Christian Poewe auf der Monschauer Open-Air-Bühne vom Kölner Theater für Kinder präsentiert.

Das Wetter war aber auf der Seite der kleinen Klassikfans: Pünktlich zum Beginn der Vorstellung fiel kein Tropfen mehr vom Himmel. So konnte sich das junge Publikum ganz auf die Handlung auf der Bühne konzentrieren. Und was dort geboten wurde, sorgte für Staunen und Begeisterung.

Den Kobold ins Herz geschlossen

Eingeleitet durch leises Flötenspiel kam der Kobold Karl-Heinz, gespielt von Björn Luithardt , hinter dem Vorhang hervor und wandte sich direkt an die Zuschauer: „Wer seid ihr denn? Könnt ihr mich leiden?“ Und die Kinder, die den lustigen Kobold sofort in ihr Herz schlossen, antworteten mit einem lauten: „Jaaa!“.

Dieser erzählte nun die Geschichte von einem Spiegel, der vom Teufel erschaffen worden war und alles Gute böse und gemein erscheinen ließ. Der Spiegel zerbrach in „Millionen Milliarden und noch ein paar mehr Teile“, so der Kobold, die nun auf der ganzen Welt Unheil anrichteten.

Plötzlich erklingt eine fröhliche Melodie und zwei neue Akteure kommen hinzu: die kleine Gerda und ihr bester Freund Kay, gespielt von Lisa Sörös und Katharina Lobreyer . Die beiden wirbeln über die Bühne und singen dazu ein Lied von „Rosen, die blühen“. Doch ihre Unbeschwertheit wird unterbrochen, denn Kay wird von einem Splitter des Spiegels getroffen. Sofort wandelt sich seine Stimmung und er wird boshaft und frech. Von seiner Freundin will er nichts mehr wissen, sondern macht sich mit einem Schlitten auf den Weg, um die sagenumwobene Schneekönigin zu finden.

Gerda, die todtraurig ist über das Verschwinden ihres Freundes, geht zusammen mit dem Kobold auf die Suche nach Kay. Unterwegs treffen sie auf einige skurrile und lustige Gestalten, bis sie schließlich ins Schloss der Schneekönigin gelangen. Und tatsächlich finden sie Kay dort. Bevor sie ihn aber retten können, kommt die mächtige Schneekönigin. Ihre eisige Kälte, die durch künstlich erzeugten Nebel wunderbar in Szene gesetzt wurde, lässt Kay fast erfrieren. Zum Glück ist der Kobold da, der Gerda auf die Idee bringt, das Lied zu singen, das Kay an die Freundschaft der beiden erinnern soll.

„Ihr müsst uns alle helfen“, forderte der Kobold von den Kindern. Und so schallte von den ausverkauften Rängen das Lied von den Rosen, das zu Beginn gesungen worden war und sich durch das ganze Stück gezogen hatte. Diese große Unterstützung löst Kay aus seinem Bann und macht ihm bewusst, wie wichtig die Freundschaft zu Gerda ist. Als dann auch der Kobold den unheilvollen Spiegelsplitter einfängt, muss die Schneekönigin Kay freigeben.

Als hätte es im Drehbuch gestanden, erstrahlte über der Monschauer Open-Air-Bühne mit einem Mal die Sonne, die die Niederlage der Schneekönigin wunderbar illustrierte. Somit war für ein rundum gelungenes Happy End gesorgt, das die kleinen Zuschauer restlos faszinierte. Unter lautem Beifall und Fußgetrampel betraten noch einmal alle Darsteller sowie Pianist Daniel Kirchmann und Flötenspielerin Irina Mahlmann die Bühne. Die Akteure verabschiedeten sich von ihrem Publikum, dem diese Darbietung von Hans Christian Andersens Märchen einen unterhaltsamen Nachmittag bescherte.

Quelle: Kölnische Rundschau, 11.08.11


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