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Starke Oper und leichte Muse bezaubert das Publikum

Von Christoph Hahn

Bunter sind sie geworden, die »Monschau Klassik«-Festspiele. In der zwölften Ausgabe seit der Wiederbegründung auf die Initiative des 2008 verstorbenen Unternehmers, Politikers und Ehrenbürgers seiner Heimatstadt, Hans Georg Weiss, hin, setzen die Organisatoren des Geschehens in der Arena auf der Burg noch stärker als in den Jahren zuvor auf einen Mix aus klassischer Oper und leichter Muse – wobei das Leichte nicht leichtgewichtig zu sein braucht, wie der umjubelte Abend mit den beiden Liedermacher-Veteranen Konstantin Wecker und Hannes Wader zum Auftakt am Freitag, 29. Juli, bewies.

Neue Strukturen gibt es seit diesem Jahr. Nachdem die Träger des Festivals in den Jahren zuvor mit diversen Veranstaltern mehr oder minder erfolgreich zusammengearbeitet hatten, haben sie seit diesem Jahr mit einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) das Heft selbst in die Hand genommen. Das scheint sich ebenso bewährt zu haben wie das neue Konzept, die Konzerte und Aufführungen – insgesamt neun, mit Kinderoper und Filmnacht zusammen elf an der Zahl – über drei Wochenenden und zwei Dienstage zu verteilen, um so mehr Freiraum für Ausweichtermine zu gewinnen.Die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen seien deutlich verbessert worden, so die Geschäftsführung der »Monschau Festival gGmbH«.Die richtige Option gezogen hatten die Ausrichter, die ihrem Bekunden nach ganz ohne öffentliche Mittel auskommen, auch auf künstlerischem Gebiet. Zu Sternstunden avancierte der Konzertabend mit Klarinettist Giora Feidman und das Wiedersehen mit der Verdi-Oper »La Traviata«. Sie und die weiteren Inszenierungen hoben das Niveau in Monschau auf ein Beachtliches – auch die Zusammenarbeit mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg unter ihrem Dirigenten Juri Gilbo sowie mit der Kammeroper und den Symphonikern aus Köln, geleitet von den Schwestern Esther und Inga Hilsberg, bescherte dem Publikum auf der Burg hoch über dem Nordeifeler Städtchen einige künstlerisch erfreuliche Erlebnisse.Stilistisch kennzeichnete die Inszenierungen der Kölner – Juri Gilbo und die Seinen taten sich ausschließlich im konzertanten Bereich hervor – eine große Vielfalt. Kam ihre »My Fair Lady« dem noch immer großen Bedürfnis vieler Musikfreunde nach einem realistischen Inszenierungsstil, der die Werke in Bezug auf die originaleVorlage erkennbar auf die Bühne bringt, entgegen, trieb »La Traviata«, die in der Reihenfolge der Stücke letzte Produktion, einen relativ weit gehenden Grad an Verfremdung mit sich. Gemäß den Intentionen des Komponisten Giuseppe Verdi von den Kostümen her in der Gegenwart angesiedelt, stellten dekorativ fallende (und sicher verankerte) Säulen und diagonal verspannte Tuchbahnen sinnlich fassbare Bezüge zur Burg und zur Textil-Tradition des Städtchens ringsum her.Rundheraus zufrieden fällt denn auch die Bilanz der Veranstalter aus. Dorit Schlieper und Helmut Lanio, Sprecher der Monschau-Festival gGmbH, freuen sich unter anderem über mehr als 10000 Zuschauer bei sechs ausverkauften Vorstellungen auf den insgesamt 1120 Sitzplätzen auf der Burg. Dank der »neuen, bunten Bausteine«, zum Beispiel dem Auftritt des Sänger-Duos Marshall & Alexander am Samstag, sehen sie sich in ihrer Programmpolitik bestätigt.Ein zufriedener Blick fiel von der Burg auf das lebhafte Städtchen im Tal, dass sich als »Fahnenmeer« präsentierte und zahlreiche Gäste in Hotellerie und Gastronomie aufnahm.Die Organisatoren richten nicht zuletzt auch ihren Dank an die Monschau Touristik für die umfangreiche Abwicklung der Ticketverkäufe und den Besucherservices auf der Burg; an die Stadt Monschau für die Festivalunterstützung. sowie an zahlreiche Sponsoren und das professionelle Technik-Team.Der Termin für de 2012er Monschau-Klassik steht übrigens auch schon fest: Vom 13. bis 29. Juli soll die Perle der Nordeifel wieder zur Festival-Stadt werden. Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen dazu verlautete, soll im kommenden Jahr unter anderem Giacomo Puccinis Oper »Tosca« mit der bei »La Traviata« umjubelten Esther Hilsberg aufgeführt werden. Außerdem denken die Organisatoren daran, ein Schauspiel auf den wiederum drei Wochenenden umfassenden Spielplan zu setzen.

Quelle: WochenSpiegel Monschau, 17.08.2011


Abend der Lieder
Hannes Schöner, Jens Streifling, Tato Gomez, Günter Hochgürtel
Freitag, 13. Juli 2012
Ein Sommernachtstraum
Komödie von William Shakespeare
Samstag, 14. Juli 2012
Evita
Musical von Andrew Lloyd Webber
Sonntag, 15. Juli 2012
Helen Schneider
Juke Box Blues
Freitag, 20. Juli 2012
Eine Nacht in Venedig
Operette von Johann Strauss
Samstag, 21. Juli 2012
Die Zauberflöte
Oper von Wolfgang Amadeus Mozart
Sonntag, 22. Juli 2012
Giselle
Ballett mit der Staatsoper Lemberg
Freitag, 27. Juli 2012
Tosca
Oper von Giacomo Puccine
Samstag, 28. Juli 2012
Familien Matinee
Peter und der Wolf
Karneval der Tiere
Sonntag, 29. Juli 2012
Festival der Chöre
Die schönsten Chöre, Arien & Duette
Sonntag, 29. Juli 2012
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