Von Christoph Hahn und Britta Cloesgen
Aufführungen sowohl des Musicals »My Fair Lady« als auch der Operette »Die lustige Witwe« ließen – der Zuspruch des Publikums der Monschau-Klassik sprach Bände – die leichte Muse auf angemessene Weise zu ihrem Recht kommen. Zusätzlich sorgte der Mozart-Abend mit Starsopranistin Eva Lind und dem bestens aufgelegten Conferencier Herbert Feuerstein, dass auch der anspruchsvollere Teil der Musikliteratur zu seinem Recht kam.
Die Inszenierung von „My Fair Lady“ mit dem Ensemble der Kölner Kammeroper und den Kölner Symphonikern unter dem zupackenden Dirigat von Maestra Inga Hilsberg bot vor allem den Reiz des Vertrauten. Von ihrer Machart war diese Produktion so recht geeignet, ein an einem konservativen Stil interessiertes Publikum zufrieden zu stellen: Eine durch das englische Nationalsymbol, die Rose, und die Flagge, den Union Jack, klar zuzuordnende Kulisse, eine gerade heraus ohne verfremdende Eingriffe erzählte Geschichte und eine schmissige Musik nebst ordentlichem Wirbel auf der Bühne. Ein bestens disponiertes Ensemble, darunter Marie Mucha als Blumenmädchen Eliza Doolittle und Wolf H. Latzel in der Rolle des Phonetik-Professors Henry Higgins, taten ein Übriges, um dieses Gastspiel für die Zuhörer zu einem charmanten Erlebnis zu machen.
Ein richtiggehend starkes Erlebnis, was die zauberische Kraft der Musik betrifft, bescherte den Fans der Mozart-Abend mit Starsopranistin Eva Lind und Conferencier Herbert Feuerstein. Mussten sich die Mitwirkenden, darunter auch die Russischer Kammerphilharmonie St. Petersburg unter ihren Dirigenten Juri Gilbo, angesichts des Regens noch einer gewissen Herausforderung stellen, zeigte mit wachsendem Fortschreiten in die wunderbare Welt von Opern wie »Figaros Hochzeit« und »Die Zauberflöte« das Wetter sich von seiner freundlicheren Seite. Die Künstlerin im Mittelpunkt des Abends präsentierte sich mit großer Strahlkraft und dramatischer Gestaltungsfreude. Herbert Feuersteins Part fiel darum noch lange nicht beiläufig oder geringfügig aus: Sein Verdienst ist und bleibt es, mit beachtlichem Hintergrundwissen und merklichem Vergnügen an den allzu menschlichen, anekdotischen Aspekten der Musik seine Zuhörer für die Klassik begeistert zu haben.
Nicht mit Spritzigkeit und Witz geizten das Ensemble der Kölner Kammeroper und die Symphoniker aus der Metropole am Rhein bei der Aufführung der Lehár-Operette »Die lustige Witwe«. Die wirbelnde, champagnerselige Handlung um die reiche Witwe Hanna Glawari (Rebekka Maeder) und den leichtfüßigen Grafen Danilo (Wolf H. Latzel), gut aufgelegt dargeboten vom Orchester unter Inga Hilsberg und den quirligen Darstellern auf der Bühne, ließ es an Zugkraft nicht fehlen – kein Wunder, dass die Fans in der Arena auch hier wieder begeistert applaudierten.
Bei der neunten Mitgliederversammlung des Förderverein Monschau Klassik e.V. in der Markthalle in Monschau zog der Vorstand eine positive Bilanz. Für die Zukunft baut der Verein auf die treuen Mitglieder und hofft neue Klassik-Fans für eine Mitgliedschaft begeistern zu können.
Dorit Schlieper, die erste Vorsitzende des Fördervereins begrüßte die Mitglieder, erinnerte an die Klassik 2010 und zog eine vorläufige Bilanz der Klassik 2011: »Wir haben ein ereignisreiches Jahr hinter uns und gehen jetzt ganz neue Wege.« Erstmals in diesem Jahr findet die Klassik an drei aufeinander folgenden Wochenenden statt. Damit ist die Festspielstadt auf dem Weg, den Klassikfreunden einen ganzen Festivalsommer zu bieten. Neu ist auch die enge Zusammenarbeit mit der Städteregion Aachen. Diese unterstützt die Aufführung der Kinderoper. Schliepers Dank galt neben der Städteregion aber auch allen weiteren Sponsoren: »Vielen Dank an unsere treuen Sponsoren wie die Sparkasse Aachen, Radeberger, RWE und natürlich die Stadt Monschau«. Auch Bürgermeisterin Margareta Ritter freute sich über die neue Zusammenarbeit mit der Städteregion und die Ausdehnung der Klassik. »Das Angebot der Klassik ist breiter geworden und öffnet sich somit auch vielen neuen Zielgruppen - trotzdem verliert man den Schwerpunkt Klassik dabei nicht aus den Augen«, sagte die Bürgermeisterin bei ihrem Grußwort. Ritters besonderer Dank galt auch den ehrenamtlichen Veranstaltern und Verantwortlichen der Klassik, die diese besondere und einzigartige Veranstaltung erst möglich machten. Für die Zukunft wünschte Ritter dem Förderverein weiterhin viele treue Mitglieder und vielleicht auch das ein oder andere neue Mitglied.
Manfred Dunkel, der in Vertretung für Schatzmeister Manfred Jansen erschienen war, klärte die Mitglieder über die finanzielle Situation des Vereins auf: »Der Förderverein ist ein gesunder Verein, der viel bewirkt, dank des ehrenamtlichen Engagements des Vorstandes und der treuen Mitglieder.«
Quelle: WochenSpiegel Monschau, 10.08.2011