Carmen
Ein regelrechtes Feuerwerk entfachte Maestro Wilhelm Keitel, der Künstlerische Direktor der "Monschau Klassik" bei der "Carmen"-Premiere. So ließ er den Orchesterklang schon in der furiosen Ouvertüre nur so aufbrodeln. Von der formalen Anlage der Inszenierung (Regie: Margarita Izworska-Jelizariewa) ließ diese "Carmen" einen starken Hang zu breit angelegten und farbenprächtigen Massenszenen erkennen - ein geschickter Schachzug, ist doch die asymmetrische Bühne an der Burg mitunter recht schwierig Platz füllend zu bespielen. Wirkte dies - gewiss keine geringe Kunst - dem Auge gefällig, so verwöhnte der Gesang des internationalen Gaststars Kassandra Dimopoulou auch die Ohren und anderen Sinne.
Das liegt nicht nur an der der Leidenschaftlichkeit und der Fülle der Stimme, mit der der Star die Monschauer Klassikfans in ihren Bann schlug. Kassandra Dimopoulou gab ihrer Titelfigur auch etwas von dem, das die Zuhörer bei der Uraufführung von Georges Bizets Oper am 3. März 1875 zu entrüstetem Schweigen veranlasste: Ihre Carmen ist eine starke, selbstbewusste Frau, die ihr erotisches Charisma offen einsetzt, mit den Männern spielt und dabei über weite Strecken die Oberhand behält - etwas, das sich in der Stimme der aus Griechenland stammenden Sopranistin deutlich ausdrückt. Anders ausgedrückt: Kassandra Dimopoulou erwies sich in jeder Szene als wahre Carmen.
Auch die anderen Akteure wussten dem Publikum zu gefallen und ernteten den verdienten Applaus. In den weiteren Hauptrollen spielten: Edward Martiniuk (Don José), Wladimir Petrow (Escamillo), Anastasija Moskwina (Micaela) und Wassilij Kowalchuk (Zuniga).






