Der Troubadour
Ein schreckliches Drama - und doch eine Oper mit unüberhörbaren lyrischen Zügen: Die Geschichte vom Grafen Luna und seinem (was der Aristokrat zu spät erfährt) Bruder, dem fahrenden Sänger Manrico, zog - von Giuseppe Verdi 1853 in "Il trovatore" zu Musik gesetzt - auch die Besucher der "Monschau Klassik" in ihren Bann. Das Orchester der Bolschoi-Oper Minsk unter dem Dirigenten Viktor Ploskina und die vorzüglichen Solisten sowie der Chor aus der weißrussischen Hauptstadt verstrickten ihr Publikum tief in das Spiel um Liebe und Leidenschaft.
Regisseur Boris Wtorow bediente sein Publikum in opulenter Weise, obwohl das Bühnenbild (Ludmilla Gontscharowa) mit einigen spärlich gesetzten Elementen wie einer niedrigen Treppe, ein paar Fahnen und alten Waffen auskam. Dass das den Minsker Opernmachern gelang, liegt vor allem an den vielen plakativen Ensemble-Szenen, die das Bedürfnis nach sinnlich-sattem Realismus auf der Bühne erfüllten. Diese Art, die Handlung zu gestalten und der Musik ein Gesicht zu geben, zeugt von der Treffsicherheit des Konzeptes, mit dem die Monschauer Festival-Organisatoren ans Werk gehen.
Die Inszenierung wurde von der stimmlichen Komponente dieses gelungenen Abends ideal ergänzt. Die Stimmen - in den Hauptrollen waren Wladimir Petrow (Luna), Sergej Frankowskij (Manrico), Tatjana Tretjak (Leonora) und Natalja Akina (Azucena) zu hören - ließen ein breites Spektrum zwischen vollem Ton und lyrischer Feinheit hören. Der Chor sorgte zusätzlich für künstlerische Breitwand-Effekte.







