Opern- und Operettengala
Von Christoph Hahn
Gewiss war die "Monschau Klassik" nicht an Höhepunkten arm - doch mit der Opern- und Operetten-Gala am Freitagabend klomm dennoch die klassisch-kulturelle Steigerungskurve einem neuen Gipfel entgegen. Das Orchester der Bolschoi-Oper Minsk unter dem bestens disponierten Künstlerischen Leiter der Festspiele in der Arena an der Burg, Maestro Wilhelm Keitel, gut aufgelegte Solisten und der meisterlich agierende Chor der Weißrussen überzeugten vor ausverkauften Rängen mit Spitzenleistungen die Zuhörer, die die beachtlichen Leistungen mit frenetischem Beifall feierten.
Erste Leuchtzeichen setzten der Dirigent und seine musikalischen Mitstreiter schon mit der Ouvertüre zu Rossinis Oper "Il barbiere di Siviglia": Schmissig und süffig in der Melodik, bot das Spiel der Gäste aus Minsk so richtig Klassik zum Satthören. Das Fest der Klänge hatte damit jedoch erst angefangen: Paola Antonucci, die bereits in ihrem ersten Jahr in Monschau zum Liebling der Besucher avanciert ist, servierte mit der Arie "Una voce poco fa" aus Rossinis Meisterwerk Klang-Delikatessen der allerfeinsten Art.
Kassandra Dimopoulou, ernsthafte Mitbewerberin um den Titel der Primadonna assoluta von Monschau, nutzte gleichfalls ihre Chancen im Kampf darum, das Publikum für sich zu gewinnen. Mit der Arie "L'amour est un oiseau rebelle" aus Bizets "Carmen" zog sie alle Register .Den letzten Trumpf jedoch spielte der Chor der Minsker aus: Mit dem Gefangenenchor "Va pensiero" aus Verdis "Nabucco" sangen sie - zu später Stunde, mit Kerzen in den Händen - einen Lieblingstitel vieler Klassikfreunde, die sich ein Wiederhören sicherlich schon jetzt erhoffen.







