Schwanensee
Das Ballett "Schwanensee" darf mit Sicherheit zu den Sternstunden der "Monschau Klassik" 2007 gezählt werden. So enthusiastisch, so hingerissen war das Publikum seit der Wiedererrichtung des Festivals im Jahre 2000 wohl noch nie: Die "Schwanensee"-Interpretation der Ballett-Truppe der Bolschoi-Oper aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk jedenfalls war von der Art, die die Zuschauer zu unglaublich langen Beifallstürmen hinriss - nicht nur zum Schluss, sondern immer wieder zwischen den Szenen.
Es werden wohl vielerlei Qualitäten gewesen sein, die die aus der Eifel und ferner liegenden Gegenden herbei geströmten Menschen am Samstagabend in der Arena an der Burg so fasziniert haben. Zum einen erwies sich die von Ballettchef Valentin Elizariew erdachte Tourneefassung des Tanztheater-Stücks, zu dessen Uraufführung 1877 der große Peter Iljitsch Tschaikowskij die Musik schrieb, als zutiefst poetisch. Um Schönheit, um Liebe und wie sie alle bösen Mächte zu überwinden vermag: Darum ging es.
Doch nicht nur das Flair des Schönen und Kostbaren, das die Gäste mit so vielen Nuancen zu verbreiten wussten, war es, was die Menschen in dem ausverkauften Amphitheater von Monschau immer wieder aufs Neue faszinierte: Es war die schier unglaubliche Perfektion der Tänzerinnen und Tänzer, eine künstlerische Tugend, die sich in diesem Fall mit einem wachen Sinn für das Überzeitliche großer Kunst verband.
Der Glanz des Abends rührt aber nicht nur daher. Mindestens ebenso bewundernswert wirkten die Körperbeherrschung der Weißrussen, ihr Charisma und ihr Vermögen, aus beiden Elementen etwas Großes und Schönes entstehen zu lassen. Das erwies sich zum einen in den Soli. Olga Gaiko (Odette/Odile), Nikolai Radjuch (Prinz Siegfried), Juri Kowalew (Rotbart), Konstantin Kusnezow (Narr) sowie Tatjana Podobedowa, Ljudmila Kudrjawtsewa und Olga Jaromkin (Pas de trois) wussten hier zu überzeugen.







