Schwungvolle Ballgesellschaft veräußert sich zum Stelldichein im Knast
Sehr oft wird die Operette ‚Die Fledermaus‘ einhellig als Gipfelpunkt der klassischen Operette verstanden, denn sie stellt quasi eine Zusammenfassung aller bis dahin in dieser Form gemachten Aus-drucksmittel dar. Sie bietet außer musikalischen Herausforderungen auch eine Fülle von Spielmöglichkeiten, einen pointierten Text und ist für eine Operette wunderbar unsentimental.
Die charmanten und ironisch-witzigen Dialoge erinnern an die schwungvollen Komödien der 50er Jahre. In dieser Zeit hat auch ein verwöhnter Playboy wie der Prinz Orlowsky, der zum Balle lädt, keineswegs an Glamour verloren. Die Sucht nach Ablenkung, die Ausbrüche aus dem Alltagstrott und letztlich die Lust auf Rausch und Seitensprünge zeigen sich bewährt zeitlos. Sogar der im Gefängnis spielende dritte Akt verliert nicht an Heiterkeit.
Neben anspruchsvoller Musik bietet diese Operette eine Fülle von brillant geschriebenen Spielsituationen, die für eine spielfreudige Sängerschar wie geschaffen sind. Hier sind das eingespielte Ensemble und der Chor der Kammeroper Köln sowie die ‚Kölner Symphoniker‘ in ihrem Element und können in gewohnt leidenschaftlicher Art und Weise gepaart mit erheiternder Leichtigkeit überzeugen.






